Samos – die grüne Insel

Samos – die grüne Insel

Mich kann man wohl als echten Griechenland Fan bezeichnen. Nirgendwo sonst habe ich schon so viele Urlaubstage verbracht. Etliche Wochen bin ich schon am Peloponnes herumgefahren und habe über ein Dutzend Inseln besucht. Immer wieder zieht es mich hierher, denn trotz vieler Gemeinsamkeiten gleicht keine Insel der anderen.

Samos stand schon lange auf der Wunschliste. Als wir endlich einen sehr preisgünstigen Flug über Fly Niki ergattert hatten,  ging es direkt von Wien nach

Pythagorio

Der Flughafen von Samos liegt gerade einmal knappe 3 km außerhalb der Stadt. 5min dauert die Fahrt mit dem Taxi ins Zentrum um einem Fixpreis von 10€.

Uns fällt gleich auf wie grün hier alles ist. Die Landschaften der meisten griechischen Inseln sind nach dem Sommer komplett verdorrt. Doch hier ist das nicht der Fall. Zwar regnet es auch hier wochenlang nicht, doch durch die relativ hohen Berge gibt es überall reichlich Wasser.

Tipp: Es ist sogar die einzige griechische Insel die ich kenne, wo man das Wasser direkt aus der Leitung trinken kann!

Wir beschließen gleich mal in unser vorab gebuchtes Zimmer einzuchecken. Über Booking.com haben wir uns für das G. Sandalis Hotel entschieden. Es ist September, Nachsaison, dementsprechend billig sind die Zimmer. Unseres kostet jetzt gerade einmal 25€ pro Nacht pro Zimmer (nicht Person!). Das Zimmer ist einfach, sehr im Oma Stil, nicht gerade groß, aber sauber. Für den Preis kann man nicht meckern. Nach hinten geht eine gemütlich beschattete Terrasse mit Ausblick auf Olivenhaine und die umliegenden Berge.

Die ebenerdigen Zimmer und jene im ersten Stock dürften etwas schicker sein, kosten ca. 10€ mehr.

Das Hotel ist wirklich sehr gut gelegen, keine 5min zu Fuß zum Hafen.

Phytagorio ist vom Erscheinungsbild sicher eines der charmantesten Städtchen auf Samos- zumindest ist dies ein guter Ort um seine Reise zu starten. Der Weg zum Hafen läuft über eine enge Gasse mit Pflastersteinen, gesäumt mit Oleanderbäumchen. Doch dafür haben wir im ersten Moment kein Auge- wir sehnen uns schon zu lange nach einem ordentlichem Schluck eiskaltem Mythos Bier und einem Souvlaki Pita. Schon alleine dafür würde ich nach Griechenland fliegen 😉

Am Wasser reihen sich zahllose Bars und Restaurants von denen man die Jachten der wohlhabenden Touristen beobachten kann. Für ein Bierchen oder einen kurzen Snack genau das richtige, aber für echtes Griechenland Feeling ist uns das Ganze einfach zu touristisch. Beim Essen will ich keine feinen Restaurants mit Korbsesseln, schönen noblen Tischdecken oder Happy Hour Cocktails. Darum zieht es uns in die Seitengassen des Ortes, wo uns noch klassische Tavernen mit Weinlauben, traditionell gekochtes Essen von der Oma und wegwerfbare Tischdecken mit Samos Aufdruck erwarten.

Unser absoluter Favorit mit all diesen Eigenschaften, war das Irodion Garden Restaurant. Die guten Bewertungen auf Tripadvisor sind absolut gerechtfertigt. Insgesamt waren wir hier 3 Mal essen. Jedes Mal war es ausgezeichnet. Nur manchmal scheinen sie etwas gestresst zu sein, da es sich wohl wirklich um einen Familienbetrieb handelt. Egal wie voll die Hütte war, 2 Mann Personal reichte. Die gegrillte Dorade (um 9,9€) und insbesondere das Lamm Kleftiko waren meine absoluten Highlights.

Apropos Highlight: Als Griechenland- und bekennender Ouzo Fan, habe ich wohl schon fast jeden erhältlichen Tropfen des Anisschnaps probiert. Mein bisheriger Favorit war bislang immer der „Plomari“. Leider musste dieser nun den ersten Platz an den Ouzo von „Frantzeskos“ abtreten- das ist wohl auch der Grund, warum ich ganz vergessen habe das Lokal zu fotografieren. Ich hatte wohl nur Ouzo im Kopf…

In und rund um Pythagorio gibt es auch einiges zu sehen, so z.B. Bauwerke des Tyrannen Polykrates, das Archäologisches Museum, der Tunnel des Eupalinos (der bei unserem Besuch leider geschlossen war), Kastro und die

Höhlenkloster Moni Spilianis.

Diese sind nur wenige Minuten von der Stadt entfern. Ein kurzer Stop lohnt sich (gratis Eintritt). Von oben hat man auch einen netten Ausblick auf die Stadt.

Archäologisches Museum

Ich persönlich fand das Museum ehrlich gesagt vom Eintritt (meine es waren 6€ pP) überteuert für die Größe. Auch Ausgrabungen habe ich schon wesentlich spannendere in Griechenland sehen – außerdem sieht man sie schon von außen recht gut (liegt schräg gegenüber dem G. Sandalis Hotel)…

Griechenland, Samos, Pythagoria

Das wichtigste in Griechenland sind aber wohl noch immer die Strände. Um diese zu erkunden sollte man auf jeden Fall ein Auto mieten. Dazu braucht man nur die Hauptstraße in Pythagorio enlang gehen. Es finden sich mindestens ein gutes Dutzend Autovermieter. Am Besten einfach nachfragen und verhandeln. Je weiter wir in Richtung Hafen gingen, desto billiger kam es mir vor. Wir entschieden uns für einen kleinen Suzuki um 26€/Tag

Strände im Osten

Kervelli Beach

Die Bucht liegt etwa 9 km südwestlich von Samos Stadt. Gleich am Anfang der Bucht ist eine recht nette Taverne mit vernünftigen Preisen. Eine zweite Taverne liegt etwas dahinter versteckt. Der Strand selber ist ca. 300 Meter lang und recht steinig. Im Wasser selber gehen die Steine bald aber in Sand über. Fast der komplette Strand liegt im Schatten.

WC, Umkleidekabine und Toilette sind vorhanden.

Posidonio Beach

Dieser Stand liegt ganz südöstlich. Wir fanden ihn ehrlich gesagt nicht sonderlich spannend, da es sich quasi um einen nur 2 Meter breiter Kiesstreifen handelt. Dahinter führt eine kleine Straße. Wir zogen also weiter.

Mykali Beach

Ist einfach ein kilometerlanger Kiesstrand, der vor Psili Ammos liegt. Dort gibt es zahlreiche Tavernen und Liegen zu mieten (wer darauf steht). Es geht ziemlich flach ins Meer hinein. Meist gibt es auch Umkleidekabinen und Duschen. Einfach stehen bleiben wo es einem gefällt….

Es gibt noch ein paar andere, allerdings fanden wir die Strände hier nicht sehr außergewöhnlich. Die Seite http://www.samos.at/ gibt auch ein paar gute Tips

Wir fahren Richtung Süd-Westen der Insel, wo wir unsere nächsten Tage im Ort „Ormos Marathokampu“ verbringen wollen. Doch auf dem Weg dorthin führt es uns zunächst zur Ausgrabungsstätte Heraion von Samos, das berühmte Heiligtum der griechischen Göttin Hera. Hierfür sollte man mindestens eine Stunde einplanen, da das Gelände doch recht groß und sehenswert ist.

Schatten gibt es leider jedoch kaum. Sehr wahrscheinlich werdet ihr euch nachher etwas abkühlen wollen. Dazu kann ich euch den per Auto ca. 7min entfernen Papa Beach ans Herz legen. Vor dem Zugang der Bucht befindet sich eine nette Taverne mit Parkplatz. Schirme und Liegebetten werden vermietet. WC und Duschen sind vorhanden.

Das Wasser ist extrem klar und bietet eine schöne Möglichkeit zum schnorcheln.

In der anliegenden Taverne wird auch Deutsch gesprochen (wie übrigens überhaupt oft auf Samos)

 

Wir fahren weiter in Richtung Südwesten der Insel Samos.

Im Vorfeld haben wir lange überlegt, wo wir „unser Zelt“ aufschlagen sollen. Votsalakia/Kampos scheint hier naheliegend, da sich hier die meisten Quartiere befinden. Am kilometerlangen Sandstrand reihen sich Restaurants, Imbissbuden, Supermärkte und Bäcker nahtlos aneinander. Ortszentrum gibt es hier keines. Für den einen ein Traum- für uns der Albtraum. 

Zum Glück haben wir uns im Vorfeld für das gleich anliegende kleine Fischerdörfchen Ormos Marathokampu , kurz auch einfach „Ormos“ entschieden.

Ormos Marathokampu

Wir wollen zunächst 4 Tage einchecken. Wir haben uns für ein günstiges Zimmer im Oceanis Studios entschieden. Gerade mal 25€ kostet die Nacht pro Zimmer in der Nachsaison im September.

Vorm ersten gezeigten Zimmer sind wir etwas enttäuscht, doch zum Glück hat der Besitzer weitere leere Apartments verfügbar. Er zeigt uns noch 3-4, wir haben die Qual der Wahl. Wir entscheiden uns schließlich für eines mit 2 Stockwerken, einer Terrasse und kleinem Balkon- uns erscheint es doch sehr groß für den Preis. Schon meint der Besitzer auch „It’s a bit more expensive“. Ah ok, da war der Haken. „How much?“. „Is 28€ ok?“. Ich schau verdutzt meine Freundin an- sie mich- und beide denken uns wohl „Ok, die 3 Euro haben wir auch noch“. Die Zimmer ist zwar altmodisch eingerichtet, aber absolut sauber – und vor allem riesig. PS: an die jüngeren Leser: so haben Telefone früher ausgesehen 😉

Der Ort Ormos ist einfach entzückend! So stell ich mir eine griechische Insel vor. Ein kleines Fischerdorf mit ca. 6-7 Tavernen direkt am Hafen. Davor schaukeln die Fischerboote im Meer und die Besitzer bringen am Abend den Fang des Tages direkt in die Taverne.

Dazu gibt es noch 2 Bäcker, einen kleinen Minimarket und ein Mopedverleih. Die Tavernen sind einfach ein Traum. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Besonders gut hat uns eine mit bunten Tischen und Stühlen (relativ in der Mitte) gefallen- man kann sie fast nicht verfehlen. Die Besitzerin hieß Maria.

Ich wollte ein Kleftiko, doch leider war es am ersten Abend bereits vergriffen. Marias Mutter kocht halt einfach jeden Tag nur eine gewisse Menge frisch. Etwas enttäuscht bestellten wir die von ihr empfohlenen (uns bis dato völlig unbekannten) Gerichte. Ich kann nur sagen, sie waren ein Traum!

Drei Abende später hat es dann doch mit dem Kleftiko bei ihr geklappt- es war wohl das Beste auf ganz Samos- Sehr empfehlenswert!

Strände im Westen und Südwesten

Psilli Amos/Golden Sand Beach

Nicht zu verwechseln mit seinem Namensvetter im Osten der Insel.

Uns hat dieser Sandstrand sehr gut gefallen. Der Sand ist sehr fein und wenig frequentiert. Schirme und Liegen werden vermietet, doch am Anfang des Strandes (von Ormos aus), gibt es auch genügend Platz für Strandlieger.

Hier kann es aber auch schon mal recht windig werden. Da beißt der Sand richtig. Ansonsten ist es wunderbar ruhig. Etwas oben auf dem Hügel befindet sich im Wäldchen eine Taverne mit sehr schön angelegten Terrassen auf denen die Tische stehen. Das Essen hier war erstaunlich lecker, zu einem fairen Preis.

Noch ein kurzes Stück weiter liegt der

Limnionas Beach

Hier handelt es sich um einen Kiesstrand, der recht beliebt bei Schnorchlern ist. Schirme und Tavernen gibt es reichlich.

Balos Beach

Dies ist ein langer Kiesstrand mit glasklares Wasser und einigen Tavernen.

Megalo Seitani

Eigentlich ist dieser Strand an der Nordküste der Insel gelegen. Man kann ihn über das im Norden gelegene Städtchen Karlovassi erreichen, oder über das im Nordwesten gelegene Dorf Drakei. Eine Wanderung bleibt einem auf keinen Fall erspart, doch schon der Weg lohnt sich. Für diesen Strand sollte man den ganzen Tag einplanen!

Wir fahren mit dem Auto zunächst nach Drakei. Das Auto einfach im kleinen Ort wo stehen lassen. Von dort geht man über eine gute Stunde hinunter zum Strand. Im Samos Reiseführer vom Michael Müller Verlag ist der Weg recht gut beschrieben, trotzdem muss man aufpassen! Ich kann nur sagen, die Wanderung lohnt sich! 4 Stunden verbringen wir dort. In dieser Zeit kommen nur etwa ein knappes Dutzend Leute vorbei.

Wir fahren weiter zu unserem letzten Ausgangspunkt auf der Insel:

Kokkari

Kokkari ist ein wirklich guter Ausgangspunkt für alle Ausflüge in den Norden der Insel. Die Stadt selbst ist recht lebendig. Das ehemalige Fischerdorf besteht aus vielen verwinkelten, schmalen Gassen. Auf der Hafenseite befindet sich die Promenade. Hier schmiegt sich ein Restaurant an das andere. Tagsüber ist hier wenig los, doch am Abend hat man hier die Qual der Wahl.

Anders ist es auf der Strandseite der Stadt. Hier liegen tagsüber die Touristen wie die Fischstäbchen aneinander gereiht, doch am Abend ist in den Tavernen im Vergleich zur Altstadt relativ wenig los. Tripadvisor kann hier sehr helfen das Richtige für einen zu finden.

Hier ein Blick auf den Hafen. Hinter den Häusern liegt der lange Kiesstrand.

Die Strände im Norden:

Kokkari Beach

Hier tummeln sich die meisten Leute von Kokkari- zum Glück für uns. Denn wenn man mit dem Auto nur 5-10 Minuten weiter fährt, kommt man auf fast menschenleere Strände (im September).

Sunrise Beach

Ein sehr netter und relativ wenig besuchter Strand befindet sich gleich außerhalb der Stadt, 5min zu Fuß. Dazu geht man die Hafengasse entlang, geht über den kleinen Hügel in Richtung des Sunrise Beach Hotels. Direkt davor befindet sich die gleichnamige kleine Bucht. Beim Felsen lässt sich wirklich gut schnorcheln.

Lemonakia Beach

ca.1,5 km nach Kokkari. Eigentlich eine schöne Bucht, allerdings mit Schirmen total zugepflastert.

Tsamadou Beach

Auch sehr netter Kies/Steinstrand. Hier ist schon etwas weniger los, aber auch noch genug.

Tsabou Beach

Ganz im Westen der Bucht sind wir tagsüber sogar auf einen Oktopus gestoßen.

Kleiner Tipp: wenn man um den Felsen im Westen rundherum schnorchelt, kommt man auf 2 sehr nette einsame Kiesstrände, die nur vom Meer aus zugänglich sind.

Tsabou – Kurz vor Vourliotes. Das war eigentlich unser Lieblingsstrand im Norden. Hier befindet sich nur eine einzige, aber sehr nette Taverne. Der Strand besteht aus teils relativ großen aber abgerundeten Steinen. Es gibt Liegen und Schirme zu mieten, aber auch genug Plätze, wo man einfach sein Handtuch hinlegen kann.

Ausflüge von Kokkari aus:

Manolates und Vourliotes

Hier handelt es sich um 2 wirklich sehr schöne Bergdörfer. Wer gerne ein wenig wandert, dem empfiehlt sich eine Runde zwischen den beiden Bergdörfern hin und retour zu gehen. Wir sind zuerst durch das Tal hin und dann über die Berge bei ca. gleichbleibender Höhenlage zurück gewandert. Für welchen Weg man sich auch entscheidet, am Ende freut man sich über ein gutes Essen in einer klassisch griechischen Taverne (hier der Platz in Vourliotes).

Potami Waterfalls

Dieser Ausflug ist mir von der ganzen Samos Reise am meisten in Erinnerung geblieben.

Die Wasserfälle von Potami befindet sich ein Stückchen nach der Stadt Karlovassi. Am besten stellt man das Auto davor einfach am Straßenrand ab. Von dort aus geht man ca. 20 Minuten zu den Wasserfällen.

Tipp: zieht euch feste Schuhe für den Weg an. Außerdem solltet ihr einen Wasserfesten Beutel für eure Kamera und Neopren Schuhe mitnehmen, denn zu den Wasserfällen geht es nur durchs Wasser! Es empfiehlt sich also auch gleich die Badehose/Bikini anzuziehen.

Wasserfall #1: nach der kurzen Wanderung kommt ihr zu einem kleinen Fluss. Hier sollte man am besten in die Neopren Schuhe und Badesachen wechseln. Die restlichen Mitbringsel einfach am Wegrand verstauen. Durch die Schlucht geht man nur ca. 100 Meter zum Wasserfall. Das Wasser ist auch im Sommer relativ kalt und kann schon mal bis zur Brust reichen! Es macht aber wirklich Spaß hier durchzugehen.

Wasserfall #2:

Über die relativ steilen und nicht gerade vertrauenserweckend aussehenden Stufen gelangt man an die wirklich sehr schön angelegte Taverne.

Hier kann man den Rucksack oder die Tasche verstauen und beim Rückweg wieder abholen. Die vom Lokal haben nichts dagegen, machen alle so.

Hinter dem Lokal geht es bergab in die Schlucht. Es ist alles beschildert.

Erwartet euch aber bitte keinen riesigen Wasserfall. Hier ist der Weg das Ziel. Nach ca. 30 Minuten kommt man zu dem etwas größeren Wasserfall.

Zurück in Kokkari lassen wir den Abend und auch den Urlaub mit einem Essen direkt am Stand ausklingen.

Fazit: Samos kann ich nur empfehlen. Hier ist sicher für jeden etwas dabei. Bin selber schon gespannt, welche griechische Insel als nächster dran ist

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