Berlin- die schönsten Spots in 48h

Berlin: die schönsten Spots in 48h

Berlin spaltet die Meinungen wie kaum eine andere Stadt: entweder man liebt oder hasst sie. Ich war selber schon ein paar Mal in Berlin und fand sie bislang immer überbewertet. Was soll da bitte so cool daran sein? (ohje, da kommt ein Shitstorm auf mich zu)

Vielleicht liegt es daran, dass wir Österreicher doch ganz anders ticken. In Berlin sind 2 Stunden anstehen, um in einen Club zu kommen, ganz normal. Gibt es keine Schlange, ist der Club nicht angesagt. In Österreich würde sich jeder denken “die haben einen Sprung in der Schüssel (einen an der Waffel haben). Geh ich eben in ein anderes Lokal” (in Österreich schreit man im Supermarkt schon “Kassa Bitteeeee”, wenn 3 Leute vor einem anstehen). Niemand würde sich in Wien 2 Stunden anstellen, um hereingelassen zu werden. 

Mit der gehypten Berliner Nachtszene bin ich nach wie vor noch immer nicht warm geworden. Doch abgesehen davon, hat Berlin an Sehenswürdigkeiten sehr viel zu bieten. Genau von diesen will ich hier berichten.

Anreise:

Für die meisten Leute wird diese wohl per Flugzeug erfolgen. Ich für meinen Teil bin zum ersten Mal mit EasyJet geflogen. Erstaunlicherweise war der Flug besser als befürchtet und um etwas über 100€ von Wien aus kann man sich wohl kaum über etwas beschweren. Mit 1,95m Körpergröße ist die Beinfreiheit bei mir sowieso immer ein tragisches Thema…

Vom Flughafen Berlin Tegel kommt man am besten mit dem TXL Bus in die Stadt. Dieser fährt im 5 Minuten Takt und kostet 1,7€/Fahrt. Ich habe mir allerdings gleich ein Tagesticket um 7€ gegönnt. Ich steige beim Hauptbahnhof aus, um dort meine Sightseeing Tour zu beginnen. Etwas über 10 Minuten geht man zum Reichstag.

Berlin 100_EasyJet

Sehenswürdigkeiten

Reichstag (Reichtagsgebäude)

Wenn man den Hauptbahnhof durch den hinteren Ausgang verlässt, sieht man von weitem schon das Reichstagsgebäude, welches umgangssprachlich auch “Bundestag” genannt wird, da dies seit 1999 der Sitz für den Deutschen Bundestag ist. Die auffällige Kuppel ist übrigens von der Dachterrasse aus öffentlich zugänglich. Von der 200 Quadratmeter großen Aussichtsplattform hat man einen schönen Rundblick über Berlin. Für einen Besuch muß man sich allerdings vorher anmelden unter: https://www.bundestag.de/besucher .

Brandenburger Tor

Um zum Brandenburger Tor zu gelangen, geht man rechts am Reichstag vorbei. Ich wähle dabei den Weg quer durch den kleinen Park. Hier hat sich nach einem heftigen Regenguss eine Wasserlacke gebildet, in der sich die Rückseite des Tors wunderschön spiegelt. 

Dieses frühklassizistische Triumphtor ist das einzig erhaltene von zuletzt 18 Berliner Stadttoren und eines der berühmtesten Wahrzeichen Berlins, mit dem viele wichtige geschichtliche Ereignisse des letzten Jahrhunderts verbunden sind.

Bis zum Fall des Eisernen Vorhangs stand es unmittelbar an der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Heute wird es als das Symbol des wiedervereinigten Deutschlands gesehen.

Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Dieses Holocaust-Mahnmal befindet sich nur wenige Schritte südlich vom Brandenburger Tor entfernt und erinnert an die 6 Millionen ermordeten Juden. Das Mahnmal besteht aus 2711 quaderförmigen Betonblöcken, die bei identischem Grundriss (2,38 m × 95 cm) unterschiedliche Höhen aufweisen.

Leute, und jetzt meine Bitte:  Ich war nur 20 Minuten dort. In der Zeit ist ein Pärchen knutschend auf einer der Säulen gesessen, ein anderes hat gepicknickt. Kinder haben laut schreiend verstecken gespielt (ok, es sind Kinder, aber auch die haben Eltern), andere haben die Säulen für Sexy Instagram Fotos genutzt. 

Es ist kein Problem dieses Mahnmal zu fotografieren, aber bitte bedenkt, dass es sich um ein Denkmal für 6 Millionen ermordeten Menschen handelt. Denkt mal darüber nach.

Potsdamer Platz

Unweit des Denkmals der ermordeten Juden gelegen, handelt es sich beim Potsdamer Platz eigentlich um einen Verkehrsknotenpunkt in Berlin, allerdings einem mit viel Geschichte. Nach Ende des 2. Weltkrieges bildete der Potsdamer Platz ein “Dreiländereck” zwischen dem sowjetischen, dem britischen sowie dem amerikanischen Sektor im geteilten Berlin. Ab 1961 verlief hier auch noch die Berliner Mauer. 1989 wurde am Potsdamer Platz ein Stück Mauer abgeräumt und ein Grenzübergang geschaffen. 

Noch heute steht hier ein Stück der Berliner Mauer, im Hintergrund ragen die imposanten Hochhäuser empor. Direkt am Potsdamer Platz befindet sich übrigens auch das Sony Center. Wenige Stunden nach meinem Besuch tanzten hier wohl Quentin Tarantino und Brad Pitt an um die Filmpremiere von “Once Upon A Time in Hollywood” zu feiern.

DDR Grenzwachturm

Hier ein kleiner Geheimtipp. Geht man vom Potsdamer Platz einmal ums Eck- also einfach die Stresenmannstraße entlang und die erste links in die Erna-Berger-Straße, befindet sich am Ende dieser noch ein originaler Grenzwachturm aus DDR Zeiten. 

Es ist der einzige erhaltene Turm der ersten Baureihe aus Beton. Von 11.00h bis 17:00 kann man um 3,5€ auch täglich (außer bei Regen) hineingehen und die dünne Leiter hinaufklettern. 

Wir gehen wieder hinaus auf die Stresemannstraße und biegen wieder die nächste Straße links ein in die Niederkirchnerstraße. Nach wenigen Metern kommt man zum Topographie des Terrors.

Topographie des Terrors

Seit 1987 besteht dieses Projekt in Berlin, welches zur Dokumentation und Aufarbeitung des Terrors in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland dient. Auf dem Gelände befanden sich die wichtigsten Zentralen des nationalsozialistischen Terrors: das geheime Staatspolizeiamt, die Reichsführung-SS,  der Sicherheitsdienst (SD) der SS und während des Zweiten Weltkriegs auch das Reichssicherheitshauptamt.

Im Gebäude befindet sich die Dauerausstellung „Topographie des Terrors”. Im Außenbereich wird die Dauerausstellung entlang der freigelegten Kellermauerreste an der Niederkirchnerstraße „Berlin 1933–1945. Zwischen Propaganda und Terror” gezeigt. Ehrlich gesagt fand ich es nicht sonderlich spannend. 

Folgt man der Niederkirchnerstraße weiter, gelangt man nach wenigen Metern zum Trabi Museum.

Berlin 120_Topographie des Terrors
Trabi Museum

Schon auf der rechten Straßenseite sieht man alte Trabis ausgestellt, die man gratis besichtigen kann. In einem Innenhof befinden sich gleich dutzende. Ich weiß aber leider nicht, wem die gehören. Man darf auch nicht hinter das Absperrband. 

Auf der linken Straßenseite ist dann das Museum. Eintritt sind 5€. 

Also ca. 1€ pro Minute, denn nach 5 Minuten ist man auch schon durch. Mehr als eine handvoll Trabis stehen hier nicht. Ehrlich gesagt kann man sich das Museum sparen, außer man ist großer Trabi Fan. Der Shop (durch einen zweiten Eingang ebenfalls erreichbar) ist trotzdem sehr nett, wenn man sich einen kleinen Trabi als Andenken mitnehmen will. Da gönn ich mir ein aufziehbares “Volkspolizei” Auto für meinen Junior.

Wieder gehen wir einfach die Straße weiter und gelangen zum Checkpoint Charlie.

Checkpoint Charlie

Zwischen 1961 und 1990 war dieser Checkpoint einer der Berliner Grenzübergänge durch die Berliner Mauer. Er verband den sowjetischen mit dem US-amerikanischen Sektor.

Um 5€ kann man sich auch heute noch einen offiziellen Stempel in seinen Pass machen lassen. Fotos gibt es günstiger zu haben.

Wir gehen die Friedrichstraße entlang Richtung Norden bis zur U-Bahn “Stadtmitte”. In unmittelbarer Nähe davon befindet sich der Gendarmenmarkt.

Gendarmenmarkt

Für mich der schönste Platz in ganz Berlin. Angelegt im Jahre 1688, wurde er im 2. Weltkrieg zerstört und von 1976–1993 wieder aufgebaut. Es befindet sich darauf der deutsche und französische Dom (sie sehen ident aus), sowie das heute als Konzerthaus genutzte Schauspielhaus. Mir hat er so gut gefallen, dass ich ihn tags darauf auch am Abend sehen wollte.

Im Winter gibt es hier übrigens einen Adventmarkt.

Wir gehen weiter Richtung Nord-Osten und gelangen nach wenigen Metern auf den Bebelplatz.

Bebelplatz (umgangssprachlich: Opernplatz)

Hier seht ihr den Platz im Überblick in Richtung Süden gesehen. Auf dem Platz aus dem Jahre 1740 steht das Prinzessinnenpalais, die Sankt-Hedwigs-Kathedrale, das Rocco Forte Hotel de Rome, die alte Bibliothek und das alte Palais. Am 10. Mai 1933 veranstalteten nationalsozialistische Studenten auf diesem Platz eine Bücherverbrennung, woran heute ein in den Boden eingelassenes Mahnmal erinnert (hab ich leider erst nachher erfahren und somit nicht fotografiert).

Spaziert man der Straße “Unter den Linden” weiter östlich entlang (genau westlich liegt am Ende das Brandenburger Tor), gelangt man zuerst an das Deutsche Historische Museum und schließlich an die Museumsinsel.

Museumsinsel

Auf dieser Insel des UNESCO-Weltkulturerbes befindet sich der Berliner Dom, das alte Museum, das neue Museum, die alte Nationalgalerie, das Bode-Museum und das Pergamonmuseum. Im Juli 2019 eröffnete auch noch die James-Simon-Galerie

Berlin 143_neues Museum und James-Simon-Galerie
Berliner Dom, Lustgarten und das Alte Museum

Die evangelische Kirche befindet sich direkt am Lustgarten. Sie besteht aus der großen Predigtkirche in der Mitte, der kleineren Tauf- und Traukirche an der Südseite sowie der Hohenzollerngruft, die fast das gesamte Untergeschoss einnimmt. Neben Gottesdiensten wird der Dom auch für Staatsakte, Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt. 

Am gleichen Platz befindet sich auch das Alte Museum, welches zur Zeit die Antikensammlung und das Münzkabinett beherbergt. Warum die unspektakuläre grüne Wiese “Lustgarten” heißt, wissen wohl nur die jugendlichen Berliner.

Berlin 139_Berliner Dom, Lustgarten und das Alte Museum
Berlin 138_Berliner Dom
Pergamonmuseum und Nationalgalerie

Auch das Pergamonmuseum war wegen kompletten Umbaus geschlossen und von der Nationalgalerie habe ich verpasst, ein Foto zu machen. Nicht gerade mein Glückstag heute.

Berlin 145_Pergamonmuseum
Bode-Museum

Hier beheimatet ist zur Zeit die Skulpturensammlung, das Museum für Byzantinische Kunst sowie das Münzkabinett. Wer meine anderen Blogs verfolgt weiß allerdings, dass ich kein allzu großer Museumsgänger bin. Doch schon von außen ist es sehr sehenswert. Ich umrunde das Museum und gehe auf der anderen Seite der Spree zurück, wo sich noch lohnenswerte Ausblicke auf die Museen und den Dom ergeben. Im Hintergrund sieht man übrigens schon den Fernsehturm am Alex, doch mir reicht es für heute.  

Ich fahre in meine Unterkunft, das Michelberger Hotel in der Warschauer Straße.

Berlin 148_Bode-Museum
Berlin 149_Bode-Museum und der Fernsehturm
Berlin 147_Bode-Museum
Berlin 150a_Berliner Dom
Unterkunft- Michelberger Hotel

Von diesem Hotel habe ich schon viel gutes gehört. Die Zimmer sollen sehr außergewöhnlich sein. Ich scheine aber kein solches erwischt zu haben. Mein Zimmer ist klein und ziemlicher Standard. Nur das Bett ist für ein EZ recht groß. 

Aussicht habe ich auf eine Baustelle mit Müllplatz. Da gibt es wohl schöneres. Es ist wohl eines dieser Hipster Hotels die man cool finden muß, sonst ist man es selber nicht. Auf dem TV Kanal 1 läuft 24h am Tag “The Big Lebowski”. Hier verkehren fast ausschließlich Jugendliche, am Abend ist die Bar gut gefüllt. Der Innenhof ist allerdings wirklich sehr nett. Hier wird auch Tischtennis gespielt während man trinkt.

Am nächsten Morgen genehmige ich mir hier mein Frühstück: angeblich alles Bio. Glaub ich ihnen auch. Jedenfalls schmeckt es doch ziemlich gut und die Auswahl ist gut. Das versöhnt mich. Ansonsten finde ich das Hotel eher mittelmäßig.

gleich ums Eck vom Michelberger Hotel findet man die East Side Gallery

East Side Gallery

Hierbei handelt es sich um eine dauerhafte Open-Air-Galerie auf dem längsten noch erhaltenen Teilstück der Berliner Mauer in der Mühlenstraße entlang der Spree. Wenn man dort in der Gegend ist, kann man schon vorbei spazieren. Extra hinfahren lohnt sich meiner Meinung nach aber nicht. Direkt gegenüber ist allerdings die Oberbaumbrücke.

Oberbaumbrücke

Diese sehenswerte Brücke verbindet die Ortsteile Kreuzberg und Friedrichshain über die Spree. 

Schloss Charlottenburg

Der schönste Stopp des heutigen Tages führt mich zum Schloss Charlottenburg im gleichnamigen Bezirk von Berlin- am besten mit dem Bus 309 zu erreichen. Schon von der Vorderseite ist dieses preußische Schloss ein sehr schönes Fotomotiv. Richtig eindrucksvoll wird es aber erst, wenn man das Schloss umrundet um zum 55 ha großen Schlossgarten zu gelangen, der im Volksmund auch Schlosspark genannt wird. 

Hier kann man sich im wunderschön angelegten Garten richtig vom Stress der Großstadt erholen.

Ich nehme den Bus zurück in Richtung Berliner Zoo, wo ich noch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche fotografieren will.

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

Diese evangelische Turmruine (von Berlinern auch Hohler Zahn genannt) steht ebenfalls im Ortsteil Charlottenburg, direkt am Ende des Kurfürstendamms. Im Zweiten Weltkrieg wurde die neuromanische Kirche zerstört und ist heute ein Mahnmal für den Frieden. Genutzt wird sie für Gottesdienste und Veranstaltungen.

Alexanderplatz

Mit einer der vielen S-Bahnen fahr ich zum Alexanderplatz. Mit täglich mehr als 360.000 Passanten ist der Alexanderplatz einer der meistbesuchten Plätze in Europa. Von hier aus ist man gleich beim Fernsehturm, dem Nikolaiviertel sowie dem Roten Rathaus (leider hatte ich ganz schlechtes Licht für die Fotos).

Wer einen schönen Blick über die Stadt erhaschen will, sollte das Park Inn Hotel am Alex besuchen. Ein Aufzug führt in den 34. Stock auf 120 Meter Höhe. Zu Fuß kommt man über weitere 3 Stockwerke auf eine Aussichtsplattform. Der Eintritt dafür sind 4€. 

Wer kein Geld ausgeben möchte, hat auch noch vom Saturn aus einen recht schönen Blick über den Platz. Allerdings ist man da maximal im 3. Stock.

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